Werdegang

Die Mitgliedschaft in unserer Burschenschaft steht allen Männern offen, die zum Studium an einer Universität, Hochschule, Akademie oder Fachhochschule in Wien und der näheren Umgebung zugelassen sind oder die die Voraussetzungen dafür (Matura, Studienberechtigungsprüfung etc.) erfüllen. Im letzteren Fall tritt man zunächst als Conkneipant mit etwas weniger Rechten und Pflichten, sonst als „Fuchs“ in unsere Burschenschaft ein.

Als heimatbewusste Korporation ist auch die Nationalität für uns von Bedeutung. Diese ist für uns aber keine Frage der bloßen Staatsangehörigkeit, sondern erstreckt sich auf den gesamten, über Jahrhunderte gewachsenen  deutschen Sprach- und Kulturraum unabhängig von staatlichen Grenzen.

Durch die feierlichen Aufnahme, verbunden mit dem Gelöbnis unsere Grundsätze Freiheit-Ehre-Vaterland zu befolgen, ist man als Liberte „acceptiert“ und wird allen Bundesbrüdern, unter denen das Du-Wort gilt, vorgestellt.

Die folgenden zwei Semester sind auch eine beiderseitige Probezeit. Sowohl das neue Mitglied als auch die Burschenschaft haben Gelegenheit festzustellen, ob die jeweiligen Erwartungen erfüllt wurden. Während dieses Jahres unterstützt der Fuchs die Aktivitas und wird auf die erste Mensur und die „Burschenprüfung“ vorbereitet. Diese umfasst neben der Geschäftsordnung  unserer Libertas verschiedene andere Regelwerke, insbesondere aber die Geschichte Europas und unserer Nation, der Universitäten und der burschenschaftlichen Bewegung. Es folgt die erste Mensur – nach erfolgreicher Absolvierung wird man als „Bursch“ und nunmehr mit allen Rechten und Pflichten ausgestattetes Mitglied feierlich „rezipiert“.

Als Bursch übernimmt man je nach Eignung und Neigung verschiedenste Ämter. Die Burschen führen unseren Bund und organisieren alle seine Aktivitäten. Die vielfältigen Aufgaben erfordern Einsatz und Können, bieten aber auch Herausforderungen und Erfahrungen, die den Einzelnen weit über das übliche Maß des Studenten einer Massen- Universität hinaus ausbilden. Auch darin ist der überdurchschnittliche Erfolg unserer Mitglieder im Berufsleben begründet.

Nach einer vier semestrigen Burschenzeit und weiteren drei Mensuren erfolgt die „Inaktivierung“; bei deutlich verminderten Pflichten unterstützt der Inaktive mit seiner Erfahrung die jüngeren Mitglieder. Voraussetzung dafür ist auch der Studienerfolg, der am Ende jedes Semesters festgestellt und durch Unterstützung der älteren Bundesbrüder erleichtert wird.

Mit Abschluss des Studiums und dem Eintritt ins Berufsleben erfolgt die Ernennung zum „Alten Herren“, deren Hauptaufgabe die materielle und ideelle Unterstützung der Aktivitas ist. In diesem Rahmen bleibt es dem Einzelnen überlassen, sich seiner Zeit und Interessenslage entsprechend darüber hinaus freiwillig in unsere Burschenschaft einzubringen.