Das Medizinstudium an der Medizinischen Universität Wien

Geschichte:

Die Medizin zählt neben der Theologie, der Rechtswissenschaft und der Philosophie zu den ältesten aber auch dynamischen Studien, die an der Wiener Universität angeboten werden.
Nach der ältesten deutschen Universität der CAROLINA in Prag, die von Kaiser Karl IV 1348 gegründet worden war, nimmt die Wiener Universität, die Alma mater RUDOLFINA mit ihrem Gründungsjahr 1365 den 2. Platz in der 1. Gründungswelle deutscher Universitäten ein.
Große Persönlichkeiten wie Theodor Billroth, Siegmund Freud, Carl von Rokitansky, Karl von Frisch, Eduard Pernkopf, Franz Chvostek oder Hiss haben hier doziert.

Tradition:

Untrennbar zeigt sich die Tradition der Universität mit dem Waffenstudententum respektive der deutschen Burschenschaften in Wien eng verbunden.
Die Kombination aus Zielstrebigkeit und Wissensdurst verbunden mit fröhlichem Verbindungsstudententum als Ausgleich zum Lernen und zweite Heimat am Studienort haben stets hervorragende Generationen von Medizinern hervorgebracht, die den guten Ruf ihrer Universität im späteren Leben noch mehrten.
Gerade die älteste Burschenschaft Wiens, die Wiener akademische Burschenschaft Libertas nimmt hier eine Sonderstellung ein. Generationen von Ärzten vom Allgemeinmediziner über Anatomen und Radiologen bis zum Professor für Hygiene und Tropenmedizin entstammen der Libertas.

Studium:

Im Rahmen der Studienreform wurde das Medizinstudium aus ehemals drei Rigorosen bestehend nunmehr gänzlich umgewandelt und neuen Erfordernissen angepasst.
Das Diplomstudium Humanmedizin soll heute an Stelle des drei Rigorosen (Studienabschnitte)  und damit 12 Semestern dauernden Studiums nur noch 10 Semester dauern und 24 Studienblöcke unterschiedlicher Schwerpunkte beinhalten.
Mittels 18 Wochen Pflichtfamulatur sollen Praxisnähe und ein klinischer Lerneffekt garantiert sein. Spezielle Studienmodule sollen den Studierenden die Möglichkeit bieten, wissenschaftlich fundiert arbeiten zu lernen.
Neu ist auch die Verpflichtung, eine Diplomarbeit zu schreiben.
Geändert hat sich allerdings einschneidend der freie unlimitierte Zugang zum Studium. Durch ein Urteil des EUGH vom 07.07.05, welches die alten österreichischen Zugangsregelungen als rechtswidrig erkannte, wurde durch die neuen Rechtsgrundlagen nicht-österreichischen Studierenden ein nahezu ungehinderter Zugang (bei Limitierungen in ihren Heimatstaaten) zum Humanmedizinstudium geschaffen.
Kapazitätsprobleme sind die Folge. Für das Medizinstudium in Wien stehen dzt. 640 Plätze zur Verfügung.
Die Vergabe erfolgt mittels erprobter Eignungstests (EMS). Rechtzeitige Voranmeldungen per Internet sind absolut erforderlich! Nachanmeldungen gibt es leider keine!

Internet-Verweise:

Studienabschluss/ Was nun?

Nach Abschluss des Studiums stehen dem “frisch gebackenen” Humanmediziner eine Fülle an Möglichkeiten offen. Natürlich wurde man im Laufe des Studiums auf den vorwiegend klinisch ausgerichteten Beruf am Patienten ausgebildet, in zunehmendem Maße zeigen sich allerdings wesentlich breitere Tätigkeitsmöglichkeiten im außerklinischen Bereich (Forschung/ Pharmaindustrie oder nach Anschluss eines post gradualen Lehrganges die Managementarbeit im Gesundheitsbereich oder im Banken- u. Versicherungswesen) mit allesamt attraktiven beruflichen und finanziellen Perspektiven.
Für den weiteren Werdegang im klinischen Bereich stehen prinzipiell zwei Wegrichtungen offen:

  1. Turnusausbildung (3-4 Jahre) danach ius practicandi mit Niederlassungs- u. Praktizierrecht als Allgemeinmediziner:
    Wartezeiten auf den Turnus unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland hier spielt neben dem Hauptwohnort oftmals das Vorengagement im Rahmen der Famulaturen eine Rolle oder bei den geistlichen Häusern die Religionszugehörigkeit, wobei es hier nur negativ auffällt, wenn man bekennender Agnostiker ist oder aus der jeweiligen Kirche ausgetreten ist. Generell scheint die Aufnahme in einem geistlichen Haus weniger schwierig und mit kürzeren Wartezeiten verbunden als im Magistrats- oder Landesspital.

  2. Facharztausbildung (cirka 6 Jahre) danach ius practicandi mit Niederlassungs- und Praktizierrecht als Facharzt.
    Meistens findet sich ein Weg in die begehrten Facharztausbildungen erst mit abgeschlossenem Turnus (die gilt besonders in der Provinz). Selten zeigt sich die Möglichkeit direkt nach Vollendung des Studiums in die Facharztausbildung einzusteigen. Am ehesten ist dies an den Universitäten oder in wenig klinischen Fächern wie z.B. Labormedizin oder Radiologie möglich.
    Wer an den Universitäten seine Ausbildung machen möchte, sollte allerdings schon während des Studiums im Rahmen einer Dissertation oder durch wissenschaftliche Mitarbeit und Publikationen seinen „ Marktwert“ steigern.

Schlussbetrachtung:

Sicherlich stellt das Studium der Humanmedizin eine Herausforderung dar, die man nur durch konsequentes Lernen und Arbeiten meistern kann. Als Doktor der gesamten Heilkunde stehen uns aber so viele Möglichkeiten offen wie selten einem anderen Absolventen eines Studiums und die fantastische Möglichkeit auch im ureigensten sozialen Sinn mit Menschen zusammenzuarbeiten und als Arzt auch Seelsorger zu sein.
Für Informationen zum Humanmedizinstudium/zu günstigen Wohnmöglichkeiten in zentraler Toplage in Wien und zum fröhlichen Aktivenleben am Haus der Wiener akademischen Burschenschaft Libertas oder zu unseren Auslandsstipendien für Aktive stehen wir junge Aktiven und Alten Herren bei einem Kennenlernen auf der Kneipe oder am Stammtisch gerne zur Verfügung!